Interview mit OpenMediaVault-Entwickler Volker Theile

Im folgenden Interview habe ich dem OpenMediaVault Entwickler Volker Theile einige Fragen zu OpenMediaVault gestellt. OpenMediaVault ist unteranderem auch für den Raspberry Pi, den Banana Pi und den Banana Pro verfügbar und wird 500-600 mal am Tag heruntergeladen. Ich möchte mich vorab bei Volker Theile für das Interview bedanken.

Wie kam es zu OpenmediaVault?

2006 war ich auf der Suche nach einer Open Source Lösung für ein Home NAS.
Dabei bin ich damals auf FreeNAS gestoßen. Da die Software nicht all die
Features bot die ich für mich benötigte fing ich an Patches dafür zu entwickeln
und dem Projektgründer Olivier Cochard-Labbé zukommen zu lassen. Nach einiger
Zeit bekam ich dann schliesslich einen Entwicklerzugang. Irgendwann überließ
mir der ursprüngliche Initiator die Projektleitung. In 2009 wurden die
defizite der Codebasis zu groß um einige neue Features zu implementieren,
weshalb ich mich entschloss eine komplette Neuentwicklung zu starten. Da ich
diese aber auf Basis von Debian machen wollte und die FreeNAS Community nicht
glücklich darüber war startete ich das OMV Projekt.

Wie kam es dazu Debian als Basis von OpenMediaVault zu nehmen?

Ich wollte alle Vorzüge von Debian nutzen, also beispielsweise die schiere
Anzahl an verfügbaren Software Paketen, die Entwickler Tools um bsp. die
Installations-CD zu erstellen und die Pflege der Pakete durch die Community.
Hierdurch entfiel die wirklich zeitraubende Pflege der Pakete die ich damals
für FreeNAS benötigte. Diese Zeit konnte dann für andere sinnvollere Dinge
verwenden von denen OMV mehr provitierte. Ausserdem beschäftigte ich mich
damals auch in meinem Beruf mit Debian und konnte von der Erfahrung damit
provitieren.

Was ist für die Zukunft geplant?

Momentan wird die WebGUI an eine neue Version des hierfür verwendeten
Frameworks angepasst. Als nächstes wird dann OMV an Debian Jessie angepasst.
Langfristig wird das Konfigurationsbackend überarbeitet. Hierdurch werden
dann hoffentlich die Plugins profitieren und es wird endlich die Möglichkeit
bestehen Backups der Konfiguration zu erstellen und einzuspielen. Dies ist
momentan leider nicht möglich da das zugrundeliegende Backend einfach nicht
dafür ausgelegt ist und die erforderlichen Fähigkeiten nicht mitbringt.

Wie kam es zu dem Namen OpenMediaVault?

Der Name sollte die Funktion und das Ziel des Projekts beinhalten, also Open
für Frei und Offen/Erweiterbar, Media für Daten/Medien/Musik/Video/… und
Vault für Sicher/Tresor. Ausserdem war es damals scjon recht schwierig Domains
mit griffige Namen zu bekommen, daher dieser Kunstname. Auf das damals populäre
Libre im Namen wollte ich verzichten, ebenso auf einen nicht wirklich mit dem
Projekt zu assozierenden Namen.

Werden in Zukunft weitere Einplatinencomputer unterstützt?

Solange ein Debian System darauf läuft sollte OMV dies auch tun. Natürlich
müssen je nach Plattform gegebenenfalls spezielle Anpassungen vorgenommen
werden, aber meine Zielsetzung ist alles so generisch wie möglich zu machen
um gerade solche spezifischen Anpassungen zu vermeiden.

Wie ist das Feedback der Community?

Soweit ich das sehen kann sind die meisten Anwender zufrieden. Es gibt
natürlich immer auch welche die dies nicht sind, aber hier versuchen die
Forum Moderatoren und ich hilfreich zur Seite zu stehen um die Probleme
zu lösen. Mittlerweile gibt es auch viele Plugins die von Entwicklern
via omv-extras.org bereitgestellt werden.

Welche Fragen werden häufig von Anwendern gestellt?

Ich glaube das lässt sich so im speziellen gar nicht sagen.

Anzeige

Steven Seifried

Ich bin Steven, seit Juli 2014 veröffentliche ich auf canox.net die unterschiedlichsten Beiträge zu Linux & Android. Seit September 2015 verwende ich privat ausschließlich Linux (aktuell Ubuntu GNOME 16.04 LTS)

2 Antworten

  1. Franz Mörsen sagt:

    Ich bin über erste Versuche mit Free Nas auf openmediavault gestoßen. Ich suchte eine günstige, für private Nutzung ausreichende Lösung.
    Mit OMV fand ich eine Lösung, die gut verständlich ist und sehr gut funktioniert. Das Einrichten klappte auf Anhieb. OMV läuft auf meinem Homeserver (AMD64, 3x3TB Western red in Raid 5) und auf einem Banana Pi als NAS mit 8 USB-Standardfestplatten. Allerdings habe ich noch keine Möglichkeit von Auto-mount bei nachträglichem Zuschalten eines Laufwerkes gefunden.

  1. 10. April 2015

    […] readers will find here the interview in German […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.