S.USV pi advanced im Test

Die in Stuttgart ansässige Firma Seprotronic GmbH stellt eine unterbrechungsfreie Stromversorung (kurz USV) für den Raspberry Pi her. Diese hört auf den Namen S.USV pi solutions.

Die S.USV pi solutions gib es in 2 Ausführungen:

Beide Modelle sind mit allen aktuellen Raspberry Pi Modellen kompatibel:

Was ist eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)?

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), um bei Störungen im Stromnetz die Versorgung kritischer elektrischer Lasten sicherzustellen. Eine USV findet man mittlerweile auch in kleinen Büros (Small Office, Home Office) oder zu Hause. Vorwiegend ist eine USV in zum Beispiel Krankenhäusern, Leitstellen, oder Rechenzentren zu finden.

Die eingesetzte USV schützt, je nach Aufbau, vor folgenden Störungen:

  • Stromausfall
  • Unterspannung
  • Überspannung
  • Frequenzänderungen
  • Oberschwingungen

Mir liegt das S.USV pi advanced vor und dieses bietet folgende Funkionen:

  • HAT konformes USV Modul
  • Kompatibel mit Pi 2 Modell B, Pi A+, Pi B+
  • Adapterlösung für Pi Modell A und B
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Plug & Play
  • Monitoring – Überwachungssystem
  • Intelligente Softwarelösung
  • Integrierter LiPo-Akku (300mAh) mit autom. Ladefunktion
  • Battery Management Controller
  • Battery Monitoring System
  • Netzeingang mit erweitertem Spannungsbereich (7-24V)
  • Software simulierte Real Time Clock mit Battery Back-Up
  • Zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten des Raspberry Pi
  • Supply Switch (Ein- und Ausschalttaster/File Safe Shutdown)
  • LED – Statusanzeige
  • Bootloader für Live – Firmware Update

S.USV pi advanced

S.USV pi advanced einrichten

Als alles erstes muss man das S.USV pi advanced einrichten. Es wird das Betriebssystem Raspbian empfohlen.

Ihr müsst das S.USV pi advanced auf euren Raspberry Pi stecken. Dies geht wie folgt:

Schraubt die mitgelieferte Halterung von unten an euren Raspberry Pi.

Steckt nun das S.USV pi advanced auf euren Raspberry Pi und zeiht die mitgelieferten Muttern an.

Danach könnt ihr den Lithium-Polymer-Akkumulator anschließen, die SD-Karte einstecken, LAN-Kabel und/oder WLAN-Adapter anschließen und dem Raspberry Pi Strom geben.

Meldet euch über SSH auf eurem Raspberry Pi an:

sudo apt-get install python-smbus i2c-tools -y

sudo nano /etc/modules

Dort am Ende der Datei eintragen:

i2c-bcm2708
i2c-dev

Mit Strg + O, Enter und Strg + X speichert ihr die Datei.

sudo nano /boot/config.txt

Dort bei folgenden beiden Zeilen die Raute (#) entfernen:

dtparam=i2c1=on
dtparam=i2c_arm=on

Mit Strg + O, Enter und Strg + X speichert ihr die Datei.

Danach müsst ihr euren Raspberry Pi neustarten:

sudo reboot

Wenn euer Raspberry bei neugestartet ist müsst ihr euch wieder über SSH anmelden.

sudo i2cdetect -y 1

Die Ausgabe sieht wie folgt aus:

pi@raspberrypi:~ $ sudo i2cdetect -y 1
 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 a b c d e f
00: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 0f 
10: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 
20: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 
30: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 
40: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 
50: -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 
60: -- -- -- -- -- -- -- -- UU -- -- -- -- -- -- -- 
70: -- -- -- -- -- -- -- --

Ladet euch dann die aktuelle Version des Clients herunter (kopiert euch hier den Link der SUSV Client Software),

wget 

entpackt und installiert diesen:

tar -vxzf susvd-en-1.2-all.tar.gz
sudo dpkg -i susvd-en-1.2-all.deb

Nun ist der Client installiert und ihr könnt diesen starten:

cd /opt/susvd && sudo ./susvd -start

Der S.USV Daemon ist für die Überwachung und Steuerung der S.USV verantwortlich. Diesen könnt ihr ebenfalls konfigurieren:

sudo ./susv -timer 60

Dieser Befehl legt in Sekunden fest, wie lange das System weiterläuft bevor der File Safe Shutdown durch die S.USV initiiert wird, nachdem die Spannungsversorgung auf Akkubetrieb umgeschaltet hat. Der Standardwert ist 10.

Mit

sudo ./susv -timer -1

Kann die Funktion deaktiviert werden. Dann wird der File Safe Shutdown durch die S.USV initiiert wenn die Akkurestkapazität einen Wert von 10% erreicht.

Die Restkapazität des Akkus könnt ihr mit folgendem Befehl auslesen:

cd /opt/susvd/ && ./susv -capbat

Die Ausgabe sieht dann zum Beispiel so aus:

********************************
* *
* Battery capacity: 50.42% *
* Battery voltage: 3.90V *
* *
********************************

Den Ladestrom könnt ihr wie folgt ändern:

cd /opt/susvd && sudo ./susv -chrgpwr (Stomstärke)

Euch stehen folgende Stromstärken zur Verfügung:

  • 300 mAh
  • 500 mAh
  • 1000 mAh

Der Befehl sieht dann zum Beispiel so aus:

cd /opt/susvd && sudo ./susv -chrgpwr 1000

Die Firmware könnt ihr ebenfalls aktualisieren:

Kopiert euch hier den Link zur aktuellen Firmwaredatei (Januar 2016: Version 1.22), ladet diese euch mit wget herunter,

wget 

entpackt sie

tar -vxzf susv_fw_122.tar.gz

und flasht die Datei:

./susv -flash /home/pi/susv_fw_122.hex

Den Status der S.USV könnt ihr ebenfalls auslesen

cd /opt/susvd && ./susv -status

Nun ist das S.USV pi advanced voll einsatzfähig.

Einsatzmöglichkeiten:

Das S.USV pi advanced kann bei folgenden Szenarien eingesetzt werden:

  • Mediacenter (z.B. im Auto)
  • Network Attached Storage (NAS)
  • Webserver
  • Automatisierungstechnik
  • Steuerungstechnik
  • und vielem mehr

Wie habe ich die S.USV pi advanced getestet?

Ich habe die S.USV in Verbindung mit meinem Raspberry Pi 2, auf dem meine ownCloud läuft, eingesetzt. Auch habe ich den optionalen, zusätzlichen Lithium-Polymer-Akkumulator mit 3000 mAh verwendet. Der Raspberry Pi 2 läuft bei mir 24/7 (also 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche) und synchronisiert Dateien zwischen PC, Laptop und Smartphone. Daher macht die S.USV pi advanced meiner Meinung nach am meisten Sinn. Also habe ich meinem Raspberry Pi 2 mehrmals im laufenden Betrieb dem Strom weggenommen. Die S.USV pi advanced hat unterbrechungsfrei eingegriffen.

Abschließendes Fazit:

Die S.USV pi advanced ist eine einfach einzurichtende USV für den Raspberry Pi. Der Preis von knapp 60€ ist meiner Meinung nach angemessen, da bei vergleichbaren Lösungen zum Teil kein Akku mitgliefert wird. Der Preis für den zusätzlichen, optionalen Lithium-Polymer-Akkumulator von zirka 18€ ist meiner Meinung nach ebenfalls angemessen.

Kritik habe ich aber leider trotzdem.

Die auf der Verpackung erwähnte „Mobile Steuerung via Smartphone“ ist leider derzeit (Stand: Januar: 2016) immer noch nicht verfügbar. Obwohl die S.USV pi basic und die S.USV pi advanced seit dem 10. Oktober 2015 ausgeliefert werden. Dies finde ich sehr schade.

Desweiteren fehlt mir die Möglichkeit per E-Mail benachrichtigt zu werden wenn zuhause die Stromzufuhr des Raspberry Pi unterbrochen wurde und die USV eingreifen musste.

Nichtsdestotrotz möchte ich jedem die S.USV pi advanced an Herz legen der eine USV mit einem erweiterten Funktionsumfang sucht.

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Quelle (Einrichtung): S.USV pi solutions Webseite

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Steven Seifried

Ich bin Steven, seit Juli 2014 veröffentliche ich auf canox.net die unterschiedlichsten Beiträge zu Linux & Android. Seit September 2015 verwende ich privat ausschließlich Linux (aktuell Ubuntu GNOME 16.04 LTS)

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